Route
Leticia – Bogotá – Cali – Salento – Medellín - Cartagena
Dauer
ca. 2 Monate
Highlights
Parque Nacional Natural los Nevados, Karibik und eine Menge Kolibris
Kurz gesagt
Salsa, Kaffeeduft und Korallenriffe
Nun waren wir also in Kolumbien. Dem Land der Musik, des Salsas und des Kaffees. Vorerst jedoch noch mitten im Amazonas, umgeben von dichtem Dschungel, unzähligen Moskitos und regelmässigen Regenschauern.
Puerto Nariño
17.01.2026 - 20.01.2026
Kaum in Leticia angekommen, zog es uns weiter nach Puerto Nariño. Nicht etwa, weil uns Leticia nicht gefallen hätte, sondern vielmehr, weil die Stadt als Reiseziel selbst nur begrenzt etwas zu bieten hat. Puerto Nariño hingegen gilt als Vorzeigeort im kolumbianischen Amazonas. Die Gemeinde ist autofrei, sauber, stark auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und hat sich zu einem beliebten Ausgangspunkt für Touren in die Umgebung entwickelt.
Natürlich spürt man den Tourismus, trotzdem behielt der Ort seinen besonderen Charme. Umgeben von Dschungel und Fluss fühlte sich Puerto Nariño wie eine kleine Oase mitten im Amazonasgebiet an.
Unsere erste Nacht verbrachten wir in einer Lodge ausserhalb des Dorfes. Dort wurden wir von Aras, Affen und – wenig überraschend – wieder einmal von einer stattlichen Anzahl Moskitos begrüsst.
Beim Mittagessen am ersten Tag lernten wir Polo kennen, ein lokaler Guide, der uns sofort sympathisch war. Statt uns eine Standardtour zu verkaufen, stellte er spontan eine zweitägige Tour ganz nach unseren Interessen zusammen.
Und genau daraus wurden zwei wundervolle Tage.
Am ersten Tag führte uns Polo zunächst zurück nach Peru auf die Isla San Antonio de Cacao. Dort wanderten wir durch den Dschungel und hielten Ausschau nach Faultieren, die hoch oben in den Baumwipfeln erstaunlich gut getarnt waren. Ein weiteres Highlight waren die riesigen Amazonas-Seerosen, die fast unwirklich auf den ruhigen Gewässern trieben.
Anschliessend ging es mit dem Boot weiter zum Lago Tarapoto. Dort bezogen wir unser Zimmer bei der kleinen Gemeinde Santa Clara de Tarapoto und erhielten einen spannenden Einblick in das Leben am Amazonas. Am Abend fuhren wir noch einmal hinaus auf den See. Während die Sonne langsam hinter dem Dschungel verschwand, wurde die Geräuschkulisse um uns herum immer intensiver. Überall zirpte, summte und rief es aus dem Wald. Als dann auch noch einige Flussdelfine neben unserem Boot auftauchten, war die Stimmung perfekt. Ein Sonnenuntergang, der uns lange in Erinnerung bleiben wird.
Die Nacht verbrachten wir bei der Gemeinde direkt am See, umgeben von den Geräuschen des Amazonas.
Am nächsten Morgen ging es zurück nach Puerto Nariño. Gemeinsam mit Polo wanderten wir erneut durch den Dschungel und besuchten die indigene Gemeinde San Martín de Amacayacu.
Am Nachmittag kehrten wir schliesslich nach Puerto Nariño zurück – müde, voller Eindrücke und einmal mehr beeindruckt von der Vielfalt und Schönheit des Amazonas.
Die erlebnisreichen Tage liessen wir schliesslich bei einer letzten Übernachtung in der Jungle Cabin Satori ausklingen. Noch einmal Dschungel pur, noch einmal das Konzert der Insekten und Frösche während der Nacht.
So faszinierend der Amazonas auch war, langsam wuchs in uns der Wunsch nach etwas angenehmeren Temperaturen und etwas weniger Luftfeuchtigkeit. Nach dieser Zeit im Regenwald freuten wir uns auf eine Veränderung.
Also ging es zurück nach Leticia und von dort weiter nach Bogotá.
Dort sollte unser kolumbianisches Abenteuer erst so richtig beginnen.
Puerto Nariño, Kolumbien
Puerto Nariño, Kolumbien
Puerto Nariño, Kolumbien
Puerto Nariño, Kolumbien
Puerto Nariño, Kolumbien
Puerto Nariño, Kolumbien
Puerto Nariño, Kolumbien
Puerto Nariño, Kolumbien
Puerto Nariño, Kolumbien
Puerto Nariño, Kolumbien
Puerto Nariño, Kolumbien
Puerto Nariño, Kolumbien
Bogotá
21.01.2026 - 24.01.2026
Bogotá begrüsste uns einmal mehr mit allem, was eine südamerikanische Grossstadt ausmacht: viel Verkehr, unzählige Menschen und einer ziemlich überteuerten Taxifahrt vom Flughafen zu unserer Unterkunft.
Trotzdem fühlten wir uns in unserem gewählten Quartier Chapinero vom ersten Moment an wohl. Die Gegend war voller Streetart, kleiner Cafés, hipper Bars und offener Menschen. Es herrschte eine entspannte und kreative Atmosphäre, die uns sofort in ihren Bann zog
Um die Stadt besser kennenzulernen, entschieden wir uns für eine Graffiti-Free-Walking-Tour. Rückblickend war das eine der besten Entscheidungen. Nicht nur wegen der beeindruckenden Streetart, sondern auch wegen der spannenden Geschichten dahinter. Schnell wurde uns klar, dass uns die Geschichte Kolumbiens, insbesondere die Zeit der Drogenkriege und deren Auswirkungen, während unserer Reise immer wieder begegnen würde.
Natürlich durfte auch ein Besuch des Monserrate nicht fehlen. Vom Hausberg aus bot sich ein eindrücklicher Blick über die schier endlose Stadt. Erst von dort oben wurde uns bewusst, wie riesig Bogotá tatsächlich ist.
Besonders gut gefallen haben uns auch das Museo Nacional de Colombia und der Botanische Garten. Beide Orte boten einen spannenden Einblick in die Geschichte, Kultur und Natur des Landes und waren eine willkommene Abwechslung zum Trubel der Millionenmetropole.
Ansonsten genossen wir vor allem die angenehm kühlen Nächte, schlenderten durch die Quartiere und nutzten die Zeit, um die nächsten Etappen unserer Reise zu planen.
Lange überlegen mussten wir nicht, der erste Halt nach Bogotá war schnell gefunden:
Es ging nach Villavieja und in die Desierto de la Tatacoa – eine Landschaft, die so gar nicht zu unserem bisherigen Bild von Kolumbien passen wollte.
Bogotá, Kolumbien
Bogotá, Kolumbien
Bogotá, Kolumbien
Bogotá, Kolumbien
Bogotá, Kolumbien
Bogotá, Kolumbien
Desierto de la Tatacoa
24.01.2026 - 27.01.2026
Dschungel, Kaffeeplantagen, pulsierende Grossstädte und die Karibik – so hatten wir uns Kolumbien vorgestellt.
Umso grösser war die Überraschung, als wir plötzlich mitten in einer grauen und einer roten Wüstenlandschaft standen.
Die Desierto de la Tatacoa ist eigentlich gar keine echte Wüste, sondern eine trockene Tropenlandschaft. Trotzdem fühlten wir uns zwischen den bizarren Felsformationen, den tiefen Schluchten und den endlosen Weiten wie auf einem anderen Planeten.
Mitten zwischen den beiden Wüsten lag auch unsere Unterkunft. Und die war mindestens genauso speziell wie die Landschaft selbst. Das Gebäude bestand grösstenteils aus recycelten PET-Flaschen und gehörte definitiv zu den ungewöhnlichsten Unterkünften unserer gesamten Reise.
Dort mieteten wir auch zwei Fahrräder, mit denen wir zu den verschiedenen Bereichen der Tatacoa-Wüste fuhren. Die Wege führten durch die trockene Landschaft rund um Villavieja und boten bereits unterwegs immer wieder schöne Ausblicke.
An den jeweiligen Ausgangspunkten liessen wir die Fahrräder stehen und erkundeten die Wüsten zu Fuss. Zuerst führte uns die Wanderung durch die graue Wüste, deren karge Landschaft stellenweise fast schon an eine Mondlandschaft erinnerte. Anschliessend erkundeten wir die rote Wüste mit ihren verwinkelten Canyons, schmalen Pfaden und bizarren Felsformationen.
Hinter jeder Kurve warteten neue Farben, Formen und Perspektiven. Die Kombination aus gemütlichen Fahrradausflügen und Wanderungen durch diese aussergewöhnliche Landschaft machte den Besuch für uns zu einem wunderbaren Erlebnis in Kolumbien.
Es war einmal mehr einer dieser Orte, die wir vor der Reise überhaupt nicht auf dem Radar hatten und die uns gerade deshalb so begeisterten. Die Tatacoa zeigte uns, wie vielfältig Kolumbien ist – und dass uns dieses Land noch einige Überraschungen bereithalten würde.
Desierto de la Tatacoa, Kolumbien
Desierto de la Tatacoa, Kolumbien
Desierto de la Tatacoa, Kolumbien
Desierto de la Tatacoa, Kolumbien
Desierto de la Tatacoa, Kolumbien
Desierto de la Tatacoa, Kolumbien
Desierto de la Tatacoa, Kolumbien
Desierto de la Tatacoa, Kolumbien
Desierto de la Tatacoa, Kolumbien
Desierto de la Tatacoa, Kolumbien
Desierto de la Tatacoa, Kolumbien
Filandia
27.01.2026 - 29.01.2026
Von der Tatacoa-Wüste aus wollten wir ursprünglich über Popayán nach Cali reisen. Kurz vor der Weiterfahrt erreichten uns jedoch Berichte über neue Angriffe von Drogenkartellen in dieser Region. Auch wenn viele Gebiete Kolumbiens heute problemlos bereisbar sind, entschieden wir uns in diesem Fall, auf Nummer sicher zu gehen und unsere Route anzupassen.
Also änderten wir unsere Pläne kurzerhand und machten uns zunächst auf den Weg nach Filandia.
Direkt nach Cali wollten wir nämlich ohnehin noch nicht. Unser Ziel war es, dort unbedingt einen Freitagabend zu verbringen und die berühmte Calle del Sabor zu erleben. Also mussten wir noch zwei Nächte sinnvoll füllen.
So verschlug es uns in die Nebelwälder der kolumbianischen Kaffeeregion.
Filandia ist ein wunderschönes, gemütliches Städtchen mit farbenfrohen Häusern, entspanntem Flair und deutlich weniger Tourismus als das bekanntere Salento. Schon bei unserer Ankunft fühlten wir uns sofort wohl.
Das eigentliche Highlight wartete jedoch ausserhalb des Dorfes. Bei einer Wanderung durch die umliegenden Nebelwälder tauchten wir in eine völlig andere Welt ein. Zwischen moosbewachsenen Bäumen, dichtem Grün und den typischen Nebelschwaden der Region begegneten wir unzähligen Vögeln in den unterschiedlichsten Farben.
Dann kam der Moment, den wir wohl nie vergessen werden.
Plötzlich zog eine Familie von Brüllaffen durch die Baumwipfel über uns hinweg. Wir konnten die Tiere über längere Zeit beobachten, während sie ihren Weg durch die Bäume suchten. Ein unglaubliches Erlebnis und einer dieser Momente, für den man stundenlang durch einen Wald läuft.
Auch die Vogelwelt begeisterte uns einmal mehr. Und wie sich später herausstellen sollte, war dies erst der Anfang. Während unserer Zeit in Kolumbien sollten uns immer wieder faszinierende Vogelarten begegnen.
Mit vielen schönen Eindrücken aus den Nebelwäldern machten wir uns schliesslich auf den Weg nach Cali. Dort wartete bereits das nächste Kapitel unseres kolumbianischen Abenteuers.
Filandia, Kolumbien
Filandia, Kolumbien
Filandia, Kolumbien
Filandia, Kolumbien
Filandia, Kolumbien
Filandia, Kolumbien
Filandia, Kolumbien
Filandia, Kolumbien
Filandia, Kolumbien
Cali
29.01.2026 - 31.01.2026
Dann tauchten wir voll und ganz in die Welt des Salsas ein.
Seit der Coronapandemie findet in Cali jeden Freitagabend rund um die Calle del Sabor ein grosses Strassenfest statt. Musik erklingt aus allen Richtungen, Menschen tanzen Salsa auf den Strassen, sitzen gemeinsam bei einem Bier zusammen oder geniessen die vielen Essensstände. Überall wird gelacht, getanzt und gefeiert. Die Atmosphäre war unglaublich lebendig und ansteckend.
Für uns wurde dieser Abend zu einem der schönsten und authentischsten Erlebnisse unserer Zeit in Kolumbien. Hier zeigte sich die Lebensfreude, für die Cali weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.
Gleichzeitig hat die Stadt aber auch eine andere Seite. Cali gehört bis heute zu den Städten Kolumbiens mit einer schwierigen Vergangenheit und anhaltenden sozialen Problemen. Die Geschichte der Drogenkartelle, der Gewalt und der Konflikte ist vielerorts noch spürbar. Nicht unbedingt sichtbar auf den ersten Blick, aber immer wieder präsent in Gesprächen, Geschichten und den Erfahrungen der Menschen vor Ort.
Gerade dieser Kontrast machte Cali für uns so eindrücklich. Auf der einen Seite die Musik, die Lebensfreude und die Offenheit der Menschen. Auf der anderen Seite eine Geschichte, die bis heute nachwirkt und die Stadt geprägt hat.
Nach diesen intensiven Tagen zog es uns wieder zurück in die ruhigeren Regionen der Kaffeelandschaft. Unser nächstes Ziel hiess Salento.
Cali, Kolumbien
Cali, Kolumbien
Cali, Kolumbien
Salento
31.01.2026 - 03.02.2026
In Salento angekommen, waren wir zunächst einmal überwältigt. Einerseits vom wunderschönen Bergstädtchen mit seinen farbigen Häusern, gemütlichen Cafés und der entspannten Atmosphäre. Andererseits aber auch von den Touristenmassen.
Tagsüber strömen Besucherinnen und Besucher aus ganz Kolumbien und der ganzen Welt nach Salento. Der Hauptgrund dafür ist schnell gefunden: das nahegelegene Valle de Cocora mit seinen berühmten Wachspalmen. Und als wir selbst dort standen, verstanden wir sofort warum.
Die höchsten Palmen der Welt ragen wie überdimensionierte Antennen aus den grünen Hügeln empor und verleihen der Landschaft etwas fast Surreales. So etwas hatten wir zuvor noch nie gesehen. Kein Wunder zählt das Cocoratal zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Kolumbiens.
Auch kulinarisch hat Salento einiges zu bieten. In den Restaurants, Bars und auf den Plätzen herrscht fast immer Betrieb, besonders an den Wochenenden. Irgendwo läuft stets Musik, Menschen sitzen zusammen und geniessen das Leben.
Uns zog es jedoch schon bald wieder hinaus in die Natur.
Unser nächstes Ziel war eine Wanderung am Rand des Parque Nacional Natural Los Nevados. Die Vorfreude war gross, gleichzeitig waren wir aber auch etwas nervös. Überall hatten wir gelesen und gehört, dass man bestimmte Bereiche des Nationalparks nur mit einem Guide betreten dürfe. Trotzdem beschlossen wir, es einfach zu versuchen.
Also schnürten wir unsere Wanderschuhe und machten uns auf den Weg.
Mal schauen, wie weit wir kommen würden.
Salento, Kolumbien
Salento, Kolumbien
Salento, Kolumbien
Salento, Kolumbien
Salento, Kolumbien
Salento, Kolumbien
Salento, Kolumbien
Salento, Kolumbien
Salento, Kolumbien
Parque Nacional Natural los Nevados
03.02.2026 - 05.02.2026
Bei Sonnenschein machten wir uns auf den Weg zu unserem ersten Etappenziel, der Finca Buenos Aires. Doch die Sonne war nur von kurzer Dauer. Schon nach den ersten Höhenmetern zog dichter Nebel durch das Tal und verwandelte die Landschaft in eine mystische Kulisse.
Gleichzeitig wurden die Folgen der letzten Regengüsse immer deutlicher. Schlamm. Sehr viel Schlamm.
Spätestens jetzt verstanden wir, weshalb die Kolumbianer bei solchen Wanderungen fast ausschliesslich mit Gummistiefeln unterwegs sind. Mit unseren Trekkingschuhen kamen wir zwar grundsätzlich gut voran, doch ab einer gewissen Schlammtiefe hilft selbst die beste Wasserdichtigkeit nicht mehr viel. Immerhin war aber weit und breit niemand, der uns kontrollieren wollte. Also, willkommen im Parque Nacional Natural los Nevados!
Nach rund 11 Kilometern und über 1400 Höhenmetern erreichten wir schliesslich erschöpft, aber glücklich die Finca Buenos Aires auf 3791 Metern über Meer.
Dort fühlten wir uns sofort wohl. Die Atmosphäre erinnerte uns stark an die SAC-Hütten in der Schweiz. Es gab einfache Zimmer mit Massenschlag, eine gemütliche Küche und andere Wandernde, die ihre Erlebnisse des Tages austauschten. Während draussen die Temperaturen sanken, wärmten wir uns bei einem leckeren Abendessen auf und genossen die besondere Stimmung in dieser abgelegenen Bergwelt.
Nach einer kurzen und ziemlich kalten Nacht ging es am nächsten Morgen weiter zur Finca La Playa.
Endlich zeigte sich das Wetter von seiner besseren Seite. Bei der Passüberquerung auf 3999 Metern über Meer bekamen wir die Höhe jedoch einmal mehr deutlich zu spüren. Jeder Schritt fiel schwerer, die Luft wurde dünner und das Vorankommen verlangsamte sich merklich. Immerhin blieb uns der Schlamm auf dieser Etappe fast weitgehend erspart.
Mit jedem verlorenen Höhenmeter Richtung Finca La Playa auf 3715 Metern ging es uns wieder besser. Deshalb entschieden wir uns spontan, noch einen Abstecher zur Laguna Encanto auf 3981 Metern zu machen.
Eine Entscheidung, die wir kurz darauf fast etwas bereuten. Schlussendlich aber nur fast.
Durch eine falsche Wegwahl verlängerte sich die Wanderung um zusätzliche 3,2 Kilometer und rund 200 Höhenmeter. Unter normalen Umständen wäre das ärgerlich gewesen. Auf fast 4000 Metern Höhe fühlte sich jedoch jeder unnötige Meter doppelt an. Die Stimmung sank zeitweise ähnlich schnell wie unser Energielevel.
Zum Glück entschädigte uns die Laguna mit ihrer Schönheit für die Mühen, und spätestens beim hervorragenden Abendessen in der Finca La Playa war der Frust wieder vergessen. Auf uns wartete allerdings erneut eine eiskalte Nacht.
Immerhin waren die Kopfschmerzen von der Höhe inzwischen verschwunden. So machten wir uns am nächsten Morgen auf die letzte Etappe zurück ins Valle de Cocora auf 2415 Metern über Meer.
Der Abstieg wurde von einem spektakulären Blick auf den Vulkan Nevado del Tolima begleitet und bildete einen würdigen Abschluss dieser Wanderung.
Zurück im Tal gönnten wir uns noch einen letzten Stopp im Casa de los Colibríes. Mit einer heissen Schokolade in der Hand beobachteten wir die zahlreichen Kolibris, die um uns herum durch die Luft schwirrten. Nach den kalten Nächten und anstrengenden Höhenmetern fühlte sich dieser Moment einfach perfekt an.
Zurück in Salento hiess es dann erst einmal erholen, die Beine ausstrecken und Kraft sammeln für die Weiterreise.
Das nächste Ziel wartete bereits: Jardín.
Parque Nacional Natural los Nevados, Kolumbien
Parque Nacional Natural los Nevados, Kolumbien
Parque Nacional Natural los Nevados, Kolumbien
Parque Nacional Natural los Nevados, Kolumbien
Parque Nacional Natural los Nevados, Kolumbien
Parque Nacional Natural los Nevados, Kolumbien
Parque Nacional Natural los Nevados, Kolumbien
Parque Nacional Natural los Nevados, Kolumbien
Parque Nacional Natural los Nevados, Kolumbien
Jardín
06.02.2026 - 10.02.2026
Jardín war Liebe auf den ersten Blick.
Nach einer ziemlich holprigen Busfahrt erreichten wir das kleine Bergstädtchen. In einem Reiseblog hatten wir zuvor gelesen, die Strasse gleiche eher einem löchrigen Wanderweg, der zufällig auch von Bussen befahren werde. Rückblickend war das wohl eine der treffendsten Reisebeschreibungen überhaupt.
Doch jede Bodenwelle lohnte sich.
Eingebettet zwischen grünen, bewaldeten Hügeln begrüsste uns Jardín mit sonnigem Wetter, glasklaren Bächen, einer beeindruckenden Vogelwelt und einer entspannten Atmosphäre, die uns sofort in ihren Bann zog. Die farbigen Häuser, die gemütlichen Plätze und die offene Art der Menschen machten den Ort unglaublich sympathisch.
Die Tage vergingen hier fast wie von selbst. Wir unternahmen kleinere Wanderungen in der Umgebung, genossen das hervorragende Essen und verbrachten viel Zeit damit, einfach durch die Gassen zu schlendern und das Leben zu beobachten.
Ein besonderes Highlight war der Besuch des Reserva Natural de Rocas. Dort konnten wir die berühmten Andenfelsenhähne beobachten. Die leuchtend roten Vögel versammeln sich an bestimmten Stellen im Wald und führen dort ihre Balzrituale auf – ein faszinierendes Schauspiel und einer der eindrücklichsten Vogelmomente unserer gesamten Reise.
Doch wenn wir ehrlich sind, bestand der grösste Luxus in Jardín darin, einmal nichts Besonderes zu tun. Nach den anstrengenden Tagen im Parque Nacional Natural Los Nevados tat es unglaublich gut, vier Tage lang einfach anzukommen, die Sonnenuntergänge zu geniessen und sich treiben zu lassen.
Jardín war für uns einer dieser Orte, an denen man problemlos deutlich länger hätte bleiben können.
Irgendwann hiess es aber trotzdem Abschied nehmen. Wir verliessen die Kaffeeregion und machten uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, eine weitere Grossstadt wartete bereits auf uns.
Jardín, Kolumbien
Jardín, Kolumbien
Jardín, Kolumbien
Jardín, Kolumbien
Jardín, Kolumbien
Jardín, Kolumbien
Jardín, Kolumbien
Jardín, Kolumbien
Jardín, Kolumbien
Jardín, Kolumbien
Jardín, Kolumbien
Medellín
10.02.2026 - 13.02.2026
Medellín – die Stadt des ewigen Frühlings. Bekannt für ihr ganzjährig angenehmes Klima, die Comuna 13 und natürlich für die Geschichte rund um Pablo Escobar. Von vielen Reisenden hatten wir vor unserer Ankunft fast ausschliesslich Positives über die Stadt gehört.
Ganz so warm wurden wir mit Medellín jedoch nicht.
Unsere ersten Tage verbrachten wir im touristischen Viertel El Poblado. Dort fiel uns schnell auf, dass vieles deutlich teurer war als an anderen Orten Kolumbiens. Restaurants, Bars und Unterkünfte kosteten teilweise das Doppelte oder Dreifache dessen, was wir bisher gewohnt waren. Sicherlich lag das auch an unserer Quartierwahl, weshalb wir nach unserem Ausflug nach Guatapé ins deutlich einheimischere Viertel Laureles umzogen.
Vielleicht war aber auch einfach nicht der richtige Zeitpunkt für unseren Besuch.
Während unseres Aufenthalts sorgten heftige Regenfälle an der Karibikküste für Überschwemmungen und grosse Schäden. Immer wieder erreichten uns Nachrichten über zerstörte Strände, überflutete Quartiere und Menschen, die ihr Zuhause verloren hatten. Da die Karibik unser nächstes grosses Ziel war, verfolgten wir die Entwicklungen mit Sorge. Die Vorfreude auf die kommenden Wochen wurde dadurch etwas getrübt.
Trotzdem gab es natürlich viele schöne Momente in Medellín.
Besonders beeindruckt hat uns die Comuna 13. Kaum ein Ort zeigt so eindrücklich, wie sehr sich Medellín in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Aus einem einst von Gewalt geprägten Viertel ist ein lebendiger Ort voller Streetart, Musik und Kultur entstanden.
Auch der Besuch eines Fussballspiels zwischen Independiente Medellín und Deportivo Pereira war ein echtes Erlebnis. Die Leidenschaft der Fans, die Gesänge und die Atmosphäre im Stadion machten den Abend unvergesslich.
Und dann war da noch das hervorragend ausgebaute Metronetz. Für südamerikanische Verhältnisse fast schon ungewohnt effizient und eine angenehme Möglichkeit, die verschiedenen Teile der Stadt kennenzulernen.
Vielleicht war Medellín für uns einfach ein Ort zur falschen Zeit. Vielleicht hatten wir auch durch die vielen begeisterten Erzählungen anderer Reisender besonders hohe Erwartungen.
So oder so bleiben uns einige schöne Erinnerungen an die Stadt. Und manchmal gehören zu einer Reise eben auch Orte, die man mag, ohne sich ganz in sie zu verlieben.
Medellín, Kolumbien
Medellín, Kolumbien
Medellín, Kolumbien
Medellín, Kolumbien
Medellín, Kolumbien
Medellín, Kolumbien
Medellín, Kolumbien
Medellín, Kolumbien
Medellín, Kolumbien
Guatapé
13.02.206 - 15.02.2026
Wenn man Medellín besucht, gehört ein Ausflug nach Guatapé fast schon zum Pflichtprogramm.
Der berühmte Piedra del Peñol, ein rund 220 Meter hoher Granitmonolith, erhebt sich eindrücklich über die Landschaft und bietet einen spektakulären Blick auf die verzweigten Arme des Stausees. Die Gegend erinnerte uns mit ihren unzähligen Buchten und Inseln fast ein wenig an eine schwedische Seenlandschaft – nur mit deutlich mehr Palmen und tropischen Temperaturen.
Auch das Dorf Guatapé selbst ist etwas Besonderes. Die farbenfrohen Häuser sind mit den sogenannten Zócalos verziert – kunstvollen Reliefbildern, die Geschichten, Traditionen oder Szenen aus dem Alltag darstellen und dem Ort seinen unverwechselbaren Charakter verleihen.
Viele Reisende besuchen Guatapé im Rahmen eines Tagesausflugs von Medellín aus. Da wir in Kolumbien jedoch genügend Zeit hatten, entschieden wir uns bewusst für eine Übernachtung. Zum Glück!
Denn sobald die letzten Reisebusse verschwunden waren und die Tagestouristen den Heimweg antraten, zeigte sich Guatapé von einer ganz anderen Seite. Plötzlich wurden die Gassen ruhiger, die Plätze leerer und die entspannte Atmosphäre des Dorfes kam erst richtig zur Geltung.
Zwischen dem Verkehr, dem Lärm und dem Trubel der Grossstadt Medellín war Guatapé für uns eine perfekte Auszeit. Ein Ort zum Schlendern, Verweilen und Geniessen.
Und genau deshalb gehört für uns nicht nur der Piedra del Peñol, sondern auch eine Übernachtung in Guatapé zu einem gelungenen Besuch dieser Region.
Guatapé, Kolumbien
Guatapé, Kolumbien
Guatapé, Kolumbien
Guatapé, Kolumbien
Guatapé, Kolumbien
Guatapé, Kolumbien
Guatapé, Kolumbien
Guatapé, Kolumbien
Guatapé, Kolumbien
Barranquilla
16.02.2026 - 18.02.2026
Dann war es endlich so weit: Es ging an die Karibikküste.
Unser erster Halt war Barranquilla, die Geburtsstadt von Shakira. Das war allerdings nicht der Grund für unseren Besuch, vielmehr ist Barranquilla für etwas anderes weltberühmt: den Karneval. Nach Rio de Janeiro gilt er als der zweitgrösste Karneval der Welt. Und zu unserem Glück fand er genau während unserer Zeit an der Karibikküste statt.
Schon bei unserer Ankunft war klar: Hier wird gefeiert.
Es war heiss, laut, bunt und voller Menschen. Überall wurde getanzt, musiziert und gelacht. Besonders in Erinnerung geblieben sind uns die grossen Mengen Schaum und Maisstärke, die sich die Feiernden gegenseitig ins Gesicht, in die Haare und auf die Kleidung warfen. Wer sauber durch den Tag kommen wollte, hatte praktisch keine Chance.
Trotz der riesigen Menschenmengen herrschte eine ausgelassene und fröhliche Stimmung. Besonders begeistert hat uns der kleinere, inoffizielle Umzug. Er wirkte authentischer, spontaner und näher bei den Menschen als die grosse offizielle Parade.
Nichtsdestotrotz war der gesamte Karneval ein beeindruckendes Erlebnis und ein einzigartiger Start in unsere Zeit an der Karibikküste.
Abgesehen vom Karneval und der berühmten Shakira-Statue hatte Barranquilla für uns persönlich allerdings nicht allzu viel zu bieten. Deshalb zog es uns bereits nach zwei Nächten weiter.
Unser nächstes Ziel hiess Santa Marta.
Barranquilla, Kolumbien
Barranquilla, Kolumbien
Barranquilla, Kolumbien
Barranquilla, Kolumbien
Santa Marta
18.02.2026 - 21.02.2026
Santa Marta sollte für uns eigentlich vor allem eines sein: das Tor zum Parque Nacional Natural Tayrona.
Doch daraus wurde vorerst nichts. Nur einen Tag vor unserer Ankunft wurde der Nationalpark aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen den indigenen Gemeinschaften der Region und der kolumbianischen Regierung kurzerhand geschlossen. Wann der Park wieder öffnen würde, konnte uns niemand sagen.
In der Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung entschieden wir uns trotzdem, einige Nächte in Santa Marta und im etwas höher gelegenen Minca zu verbringen.
Santa Marta gehörte für uns zu den Städten, die uns positiv überraschten. Das historische Zentrum war wunderschön, die Strandpromenade bot einen tollen Blick auf den geschäftigen Hafen und selbst der Stadtstrand war deutlich schöner, als wir erwartet hatten. Die entspannte Karibikstimmung war überall spürbar und machte das Warten auf Neuigkeiten aus dem Tayrona-Nationalpark deutlich angenehmer.
Ganz auf Natur mussten wir zum Glück ebenfalls nicht verzichten. Zwar blieb der Nationalpark geschlossen, doch ein Besuch der Bahía Concha war weiterhin möglich. Der idyllische Strand, das warme Wasser und die umliegenden Hügel machten den Tagesausflug zu einem echten Highlight. Abgerundet wurde der Tag durch eine spontane Rückfahrt in einem Chiva – den bunt bemalten, offenen Bussen, die in Kolumbien fast schon Kultstatus geniessen.
In Santa Marta wagten wir uns ausserdem zum ersten Mal auf dieser Reise mit Schnorchel und Maske ins Meer. Zwar erwarteten uns keine spektakulären Korallenriffe, dafür aber ordentlich Wellengang. Das machte den Ausflug stellenweise fast zu einem kleinen Abenteuer. Zwischen den Wellen die Unterwasserwelt zu erkunden machte grossen Spass und weckte die Vorfreude auf weitere Schnorchel- und Badeerlebnisse an der Karibikküste.
Eine weitere schöne Erinnerung an Santa Marta entstand eher spontan. Kurz vor Sonnenuntergang wurden wir am Strand von einem Verkäufer angesprochen, der uns eine Bootsfahrt entlang der Küste zum Sonnenuntergang anbot.
Zuerst waren wir ziemlich skeptisch. Das Angebot wirkte sehr touristisch und eigentlich genau nach etwas, das wir normalerweise eher meiden würden. Aber irgendwann dachten wir uns: Warum eigentlich nicht?
Und so fanden wir uns wenig später auf einem kleinen Boot wieder.
Was als vermeintliche Touristenattraktion begann, entwickelte sich überraschend zu einem echten Highlight. Das Meer war deutlich rauer als erwartet, das Boot tanzte über die Wellen und die Küste zeigte sich von einer völlig anderen Seite. Als dann die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand und den Himmel in warme Farben tauchte, war auch der versprochene Sonnenuntergang jede Minute wert.
Die Fahrt erinnerte uns einmal mehr daran, dass touristisch nicht automatisch schlecht bedeutet. Manchmal verbergen sich hinter den offensichtlichsten Angeboten genau die Erlebnisse, an die man sich später besonders gerne erinnert.
Ob der Tayrona-Nationalpark in den kommenden Tagen doch noch öffnen würde, blieb weiterhin ungewiss.
Vorerst zog es uns zuerst nach Minca.
Santa Marta, Kolumbien
Santa Marta, Kolumbien
Santa Marta, Kolumbien
Santa Marta, Kolumbien
Santa Marta, Kolumbien
Santa Marta, Kolumbien
Santa Marta, Kolumbien
Santa Marta, Kolumbien
Santa Marta, Kolumbien
Minca
21.02.2026 - 24.02.2026
Auf Minca freuten wir uns besonders. Das kleine Dorf liegt eingebettet in den grünen Hügeln der Sierra Nevada de Santa Marta und verbindet Dschungelatmosphäre mit Ausblicken auf die Karibikküste. Für unseren Aufenthalt hatten wir zwei Nächte in einem kleinen Holzhäuschen gebucht und freuten uns auf ein paar ruhige Tage in der Natur.
Bei unserer Ankunft bemerkten wir allerdings ein kleines Problem. Wir hatten die Buchung schlicht für den falschen Monat gemacht. Und natürlich war alles ausgebucht.
Zum Glück hatten wir einen Plan B. Über jemanden, den wir in Cali kennengelernt hatten, bekamen wir den Kontakt von Oscar, der etwa zehn Gehminuten ausserhalb von Minca eine kleine Finca betreibt. Also schrieben wir ihm kurzerhand und fragten, ob er noch Platz für zwei Nächte hätte. Und das hatte er.
Damit war unser Buchungsfehler innerhalb weniger Minuten vergessen.
Schon bei der Ankunft wussten wir, dass wir einen ganz besonderen Ort gefunden hatten. Oscar war wohl eine der eindrücklichsten Persönlichkeiten, die wir auf unserer gesamten Reise kennenlernen durften. Obwohl er aus Minca stammt, hat er viele Jahre im Ausland verbracht, unter anderem in den USA. Entsprechend sprach er ausgezeichnet Englisch und erzählte mit Begeisterung Geschichten aus seinem Leben.
Noch beeindruckender war jedoch die Finca selbst.
Oscar hatte sie mit viel Liebe zum Detail weitgehend selbst aufgebaut. Es gab eine offene Dusche mit Blick bis hinunter zur Karibikküste, einen kleinen Naturpool mit Fischen, die einem während der Abkühlung gleich noch eine kostenlose Pediküre verpassten, und unzählige gemütliche Ecken zum Verweilen.
Vor allem aber herrschte dort eine unglaubliche Ruhe.
Die Tage verliefen langsam und entspannt. Man hörte Vögel, Insekten und den Wind in den Bäumen. Viel mehr brauchte es nicht. Statt Ausflüge zu planen oder Sehenswürdigkeiten abzuhaken, verbrachten wir die Zeit damit, zu lesen, zu reden, die Aussicht zu geniessen und einfach einmal nichts zu tun.
So kam es, wie es kommen musste: Aus zwei geplanten Nächten wurden drei.
Minca und «Oscar's Place», wie er seine Finca liebevoll nannte, waren für uns der perfekte Ort, um abzuschalten, zur Ruhe zu kommen und das Tempo des Reisens für einen Moment hinter uns zu lassen.
Minca, Kolumbien
Minca, Kolumbien
Minca, Kolumbien
Minca, Kolumbien
Minca, Kolumbien
Minca, Kolumbien
Minca, Kolumbien
Minca, Kolumbien
Minca, Kolumbien
Cartagena
25.02.2026 - 27.02.2026
Zurück in Santa Marta mussten wir uns schliesslich der Realität stellen und die Idee einer Übernachtung im Tayrona-Nationalpark begraben. Der Park war weiterhin geschlossen, und es zeichnete sich immer deutlicher ab, dass sich daran in den nächsten Tagen nichts ändern würde.
Also beschlossen wir, unsere Reisepläne erneut anzupassen und jetzt schon in die andere Richtung entlang der Karibikküste zu reisen – nach Cartagena.
Und Cartagena erfüllte tatsächlich alles, was wir uns von dieser Stadt erhofft hatten.
Uns erwarteten heisse Temperaturen, strahlender Sonnenschein und eine der schönsten Altstädte, die wir auf unserer Reise gesehen haben. Zwischen den farbigen Kolonialhäusern, den blumengeschmückten Balkonen und den verwinkelten Gassen liessen wir uns stundenlang treiben. Hinter jeder Ecke warteten kleine Cafés, Kunstgalerien, gemütliche Plätze oder eine weitere fotogene Häuserfassade.
Besonders gefallen hat uns der Kontrast zwischen der historischen Altstadt und dem modernen Barrio Bocagrande. Die auf einer schmalen Halbinsel errichtete Skyline wirkte fast wie eine karibische Version von Miami und bot einen spannenden Gegensatz zum kolonialen Charme Cartagenas.
Auch kulinarisch hatte die Stadt einiges zu bieten. Guter Kaffee, hervorragendes Eis und wohl der beste Streetfood kolumbiens machten die heissen Tage noch angenehmer. Dazu kam eine Unterkunft, in der wir uns vom ersten Moment an wohlfühlten.
Cartagena war für uns genau die Art von Stadt, in der man problemlos einige Tage verbringen kann, ohne viel mehr zu tun, als durch die Gassen zu schlendern und die Atmosphäre auf sich wirken zu lassen.
Ganz im Hier und Jetzt waren wir allerdings nicht.
Denn neben all den Eindrücken wuchs die Vorfreude auf das, was als Nächstes kommen sollte. Mit grosser Spannung planten wir unsere Tage auf den Islas del Rosario – einem kleinen Inselparadies vor der Küste Cartagenas, auf das wir uns schon seit Wochen freuten.
Cartagena, Kolumbien
Cartagena, Kolumbien
Cartagena, Kolumbien
Cartagena, Kolumbien
Cartagena, Kolumbien
Cartagena, Kolumbien
Cartagena, Kolumbien
Cartagena, Kolumbien
Cartagena, Kolumbien
Islas del Rosario
27.02.2026 - 03.03.2026
Nach einer rassanten Bootsfahrt über das offene Meer erreichten wir die Isla Grande, die grösste Insel der Islas del Rosario.
Schon bei der Ankunft wurde klar, weshalb viele diesen Ort als kleines Paradies bezeichnen. Die Insel besteht aus tropischer Vegetation, kleinen Stränden, einem gemütlichen Dorf und einer Atmosphäre, die deutlich ruhiger wirkt als das geschäftige Cartagena. Offiziell setzt man hier auf möglichst nachhaltigen Tourismus und den Erhalt der einzigartigen Natur.
Ganz so nachhaltig scheint der Tourismus allerdings nicht immer zu sein. Jeden Morgen verlassen unzählige Boote voller Besucher Cartagena in Richtung Inseln, und am Nachmittag geht es in die andere Richtung wieder zurück. Die Auswirkungen des Massentourismus sind durchaus sichtbar.
Trotzdem fühlte sich die Insel selbst überraschend ruhig an. Abseits der Tagesgäste fanden wir genau das, worauf wir gehofft hatten: entspannte Karibikstimmung, viel Natur und das Gefühl, für ein paar Tage dem Trubel des Festlands zu entfliehen.
Wie vielerorts in Südamerika blieb jedoch auch hier ein Problem sichtbar: der Abfall. Gerade an den Küsten und zwischen der Vegetation fanden sich immer wieder Spuren davon. Ein kleiner Wermutstropfen in einer ansonsten wunderschönen Umgebung.
Wir verbrachten zunächst zwei Nächte etwas im Landesinneren der Insel und zogen anschliessend für weitere zwei Nächte in eine Lodge direkt am Meer um. So konnten wir die Insel aus unterschiedlichen Perspektiven erleben und den Alltag auf Isla Grande in aller Ruhe geniessen.
Das grösste Highlight dieser Tage wartete allerdings unter Wasser.
Die Islas del Rosario sind für ihre Korallenriffe bekannt, und natürlich wollten wir diese erkunden. Also schnappten wir uns Schnorchel und Maske und machten uns mit einem Guide auf Entdeckungstour. Dabei besuchten wir auch ein versunkenes Flugzeug, das heute von Fischen und Korallen besiedelt wird und zu den bekanntesten Schnorchelspots der Inselgruppe gehört.
Gleichzeitig erfuhren wir aber auch mehr über die Herausforderungen, mit denen das Ökosystem zu kämpfen hat. Die steigenden Meerestemperaturen setzen den Korallen stark zu und bedrohen langfristig ihren Bestand.
Besonders spannend war deshalb ein Projekt, das wir während eines Schnorchelausflugs kennenlernen durften. Dort werden Korallen gezüchtet und anschliessend wieder im Riff angesiedelt, um die beschädigten Bereiche zu regenerieren. Es war beeindruckend zu sehen, mit wie viel Engagement und Wissen hier gearbeitet wird.
So wurden die Tage auf den Islas del Rosario nicht nur wunderschön, sondern auch lehrreich. Zwischen türkisfarbenem Wasser, Korallenriffen und karibischer Gelassenheit bekamen wir einen faszinierenden Einblick in eine einzigartige und gleichzeitig verletzliche Unterwasserwelt.
Islas del Rosario, Kolumbien
Islas del Rosario, Kolumbien
Islas del Rosario, Kolumbien
Islas del Rosario, Kolumbien
Islas del Rosario, Kolumbien
Islas del Rosario, Kolumbien
Islas del Rosario, Kolumbien
Islas del Rosario, Kolumbien
Islas del Rosario, Kolumbien
Barú
03.03.2026 - 06.03.2026
Den Abschluss unserer Zeit an der Karibikküste bildete die Halbinsel Barú beim Playa Blanca. Auf den ersten Blick wirkte der Ort eher wie ein karibischer Ballermann als das tropische Inselparadies, das man auf den Postkarten sieht. Entlang des Strandes reihten sich einfache, teilweise schief wirkende Holzbauten aneinander. Überall wurde gekocht, Musik gespielt, getanzt und natürlich auch gefeiert.
Besonders an den Wochenenden ist Barú ein beliebtes Ausflugsziel für Menschen aus Cartagena. Während unseres Aufenthalts war es zum Glück etwas ruhiger, sodass wir den Ort in einem entspannteren Tempo erleben konnten.
Und obwohl Barú auf den ersten Blick vielleicht chaotisch wirkt, hatte der Ort etwas unglaublich Liebenswertes.
Irgendetwas an dieser Einfachheit begeisterte uns. Das Leben schien hier ein wenig langsamer zu laufen. Vielleicht lag es daran, dass die Dusche nur während eines kurzen Zeitfensters am Tag Wasser hatte. Vielleicht an den abenteuerlich zusammengebauten Häusern, die Wind und Wetter trotzten. Oder daran, dass vieles improvisiert wirkte und trotzdem funktionierte.
Gerade diese Mischung aus Einfachheit, Improvisation und Gelassenheit machte den Ort für uns so besonders. Natürlich war auch hier der Tourismus allgegenwärtig. Doch anders als an vielen anderen Orten hatte Barú seinen ganz eigenen Charakter bewahrt.
So verbrachten wir entspannte Tage zwischen Meer, Sonne und karibischer Gelassenheit und liessen unsere Zeit an der Küste langsam ausklingen.
Nach einer erneut überraschend wilden Bootsfahrt zurück aufs Festland verbrachten wir noch eine letzte Nacht in Cartagena.
Und dann war es so weit.
Nach fast fünf Monaten unterwegs stand bereits die letzte grosse Etappe unserer Reise bevor. Bevor wir für die letzten Tage und den Rückflug nach Bogotá zurückkehrten, machten wir auf Empfehlung von Oscar noch für zwei Nächte Halt in San Gil.
Ein letzter kleiner Umweg, bevor sich der Kreis unserer Reise langsam schliessen sollte.
Barú, Kolumbien
Barú, Kolumbien
Barú, Kolumbien
Barú, Kolumbien
Barú, Kolumbien
Barú, Kolumbien
San Gil
07.02.2026 - 09.02.2026
Eine letzte lange Nachtfahrt mit dem Bus später erreichten wir San Gil. Die Stadt gilt als Abenteuerhauptstadt Kolumbiens und lockt mit Aktivitäten wie River Rafting, Paragliding, Canyoning oder Klettern jedes Jahr zahlreiche Adrenalinjunkies an.
Zu Beginn unserer Reise hätten wir wahrscheinlich keine Sekunde gezögert. Doch nach fast fünf Monaten unterwegs merkten wir, dass wir zunehmend gemütlicher geworden waren. Statt uns von Klippen zu stürzen oder Stromschnellen hinunterzufahren, zog es uns an deutlich ruhigere Orte.
So machten wir uns auf den Weg ins nahegelegene Barichara und von dort zu Fuss weiter nach Guane. Beide Dörfer zählen zu den schönsten Kolumbiens und sind bekannt für ihre hervorragend erhaltene Kolonialarchitektur. Beim Spaziergang durch die gepflasterten Gassen, vorbei an weiss getünchten Häusern und kleinen Plätzen, fühlte es sich an, als wäre die Zeit hier vor vielen Jahrzehnten stehen geblieben.
Gerade die Wanderung zwischen Barichara und Guane gehörte für uns zu den schönsten Ausflügen dieser letzten Reisewochen. Keine grossen Highlights, keine spektakulären Sehenswürdigkeiten – einfach Landschaft, Ruhe und die Möglichkeit, die letzten Wochen nochmals Revue passieren zu lassen.
Zurück in San Gil wartete dann eine Überraschung auf uns. Mit grosser Lust auf ein wohlverdientes Feierabendbier stellten wir fest, dass erneut Wahlwochenende war.
Und wie schon in Bolivien galten auch hier strenge Regeln: Kein Alkoholverkauf und kein Alkoholkonsum.
Die Enttäuschung hielt sich allerdings in Grenzen. Die hausgemachten Lemonadas waren hervorragend und bei den warmen Temperaturen mindestens genauso erfrischend wie ein kaltes Bier.
Langsam aber sicher merkten wir jedoch, dass sich unsere Reise ihrem Ende näherte. Die Tage vergingen plötzlich noch schneller als zuvor, und ehe wir uns versahen, sassen wir bereits im Bus nach Bogotá.
Drei letzte Nächte in Südamerika lagen noch vor uns.
San Gil, Kolumbien
San Gil, Kolumbien
San Gil, Kolumbien
San Gil, Kolumbien
San Gil, Kolumbien
San Gil, Kolumbien
San Gil, Kolumbien
San Gil, Kolumbien
San Gil, Kolumbien
Bogotá
09.02.2026 - 12.02.2026
So waren wir also zurück in Bogotá. Zurück in Chapinero, unserem Quartier des Vertrauens. Nach all den Erlebnissen der vergangenen Monate wollten wir die letzten Tage in Südamerika eigentlich möglichst gemütlich ausklingen lassen.
Doch Kolumbien hatte noch ein letztes Abenteuer für uns auf Lager.
Oder vielmehr die Lufthansa. Aufgrund eines Streiks wurde mein Rückflug in die Schweiz kurzfristig gestrichen. Da es Rahel von Bogotá aus noch weiter nach Costa Rica zog, stand ich plötzlich vor einer Entscheidung. Entweder auf einen Ersatzflug der Lufthansa hoffen und das Risiko eingehen, einige Tage alleine in Bogotá festzusitzen, oder selber nach einer Alternative suchen.
Eigentlich wären ein paar zusätzliche Tage in Südamerika alles andere als schlimm gewesen. Doch je näher das Ende der Reise rückte, desto mehr freute ich mich auf zuhause. Auf Familie und Freunde, auf vertraute Gesichter und auf Bern.
Deshalb war für mich schnell klar, dass ich nicht alleine in Bogotá bleiben wollte. So begann die Suche nach einer Alternative. Nach einigem Hin und Her fand ich schliesslich einen Flug über Mexiko zurück in die Schweiz. Nicht die einfachste Route, aber eine, die funktionierte.
Als endlich alles umgebucht und geregelt war, fiel eine grosse Last von den Schultern. Und so konnten wir unsere letzten Stunden in Südamerika doch noch genau so verbringen, wie wir es uns vorgestellt hatten: mit einem guten Essen, einem kalten Bier und einem letzten Spaziergang durch die Strassen von Chapinero. Ein würdiger Abschluss einer Reise, die uns noch lange begleiten würde.
Fünf Monate lang waren wir unterwegs. Von den Anden Boliviens über die vielfältigen Landschaften Perus bis an die Karibikküste Kolumbiens.
Wir durchquerten Salzwüsten und Regenwälder, wanderten über hohe Andenpässe, fuhren tagelang auf Frachtschiffen über den Amazonas und verbrachten Nächte in Nachtbussen, Hängematten, Zelten und einfachen Unterkünften. Doch wenn wir heute an diese Reise zurückdenken, sind es nicht nur die grossen Sehenswürdigkeiten, die uns in Erinnerung bleiben.
Es sind die Begegnungen.
Die Gespräche in Hostels und auf Busfahrten, die Gastfreundschaft von Menschen, die uns ihr Zuhause öffneten. Weihnachten mit einer peruanischen Familie und die Geschichten von Oscar in Minca. Das Wiedersehen mit denselben Reisenden an den unterschiedlichsten Orten und die Zufälle, die aus Fremden Freunde machten. Begegnungen, die aus fremden Orten etwas Vertrautes machten.
Natürlich verlief nicht immer alles nach Plan. Strassen wurden gesperrt, Nationalparks geschlossen, Flüge gestrichen und so mancher Busfahrer hatte ein beneidenswertes Vertrauen in seine Fahrkünste. Doch oft waren es gerade diese ungeplanten Momente, die später zu den besten Geschichten wurden.
Als wir schliesslich zurück in die Schweiz flogen, freuten wir uns auf Familie, Freunde, vertraute Gesichter und darauf, einmal nicht mehr überlegen zu müssen, welches Colectivo nun das richtige ist. Gleichzeitig blickten wir dankbar auf fünf Monate zurück, die uns durch einige der beeindruckendsten Landschaften Südamerikas führten und uns unzählige Geschichten schenkten.
Die Fotos werden uns an die Orte erinnern. Was aber besonders bleibt, sind die Menschen, die wir unterwegs kennenlernen durften, die vielen gemeinsamen Geschichten und das Gefühl, dass man manchmal am anderen Ende der Welt ein kleines Stück Heimat finden kann.
Mit dem Wissen, dass dies wohl kaum unser letztes grosses Abenteuer gewesen sein wird.
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