Zwei Monate, die kaum abwechslungsreicher hätten sein können. Zwischen den Anden, der Pazifikküste und dem Amazonas erlebten wir einige der schönsten Landschaften unserer Reise, begegneten unglaublich herzlichen Menschen und sammelten Erinnerungen, die uns noch lange begleiten werden.
Peru hat uns mit seiner Vielfalt immer wieder überrascht. Kaum hatten wir uns an eine Region gewöhnt, wartete bereits die nächste mit völlig neuen Eindrücken auf uns.
Doch alles der Reihe nach.
Unsere ersten Tage in Peru verbrachten wir in Puno, einer oft unterschätzten Stadt am Ufer des Titicacasees. Für viele Reisende ist sie lediglich ein Zwischenstopp auf dem Weg nach Cusco. Für uns war sie jedoch der Beginn eines weiteren unvergesslichen Kapitels unserer Reise durch Südamerika.
Puno
10.11.2025 - 12.11.2025
Nach der überraschend unkomplizierten Grenzkontrolle zwischen Bolivien und Peru erreichten wir Puno. Dort konnten wir uns endlich von den Strapazen der letzten Wochen erholen. Mir hing die Dschungeltour in Rurrenabaque noch etwas nach, und ein nervöser Magen erinnerte mich regelmässig daran.
Zum Glück hatten wir ein Airbnb mit einer fantastischen Küche auf der Dachterrasse gefunden. Dazu gab es einen wunderbaren Blick über die Dächer von Puno bis hinaus auf den Titicacasee. Der perfekte Ort, um etwas zur Ruhe zu kommen und wieder selbst zu kochen.
Nach den letzten Wochen in Bolivien freuten wir uns besonders auf frisches Gemüse. Die bolivianische Küche ist oft recht fleischlastig, und so genossen wir es, uns wieder mit grossen Portionen Gemüse zu stärken. Was uns dabei immer wieder erstaunte: Auf den Märkten gab es eine riesige Auswahl an frischem und leckerem Gemüse, während es in vielen Restaurants nur selten auf dem Teller landete.
Gut erholt und gestärkt erkundeten wir die Stadt und genossen unsere ersten Tage in Peru. Nach zwei Nächten in Puno war es dann Zeit für den nächsten Punkt unserer Reise: Cusco.
Cusco
12.11.2025 - 21.05.2025
In Cusco waren wir anfangs ehrlich gesagt etwas überfordert. Nach unseren Wochen in Bolivien wirkte Peru auf uns plötzlich deutlich organisierter, grösser, wohlhabender und vor allem touristischer.
Während wir in Bolivien oft lange suchen und uns durchfragen mussten, um Touren oder Transportmöglichkeiten zu finden, erwartete uns in Cusco das genaue Gegenteil. Das Angebot an Aktivitäten schien schier endlos zu sein. Kaum lief man ein paar Meter durch die Altstadt, wurde man bereits von der nächsten Person angesprochen, die eine Tour, einen Transfer oder ein Restaurant empfehlen wollte.
Doch nach einem Tag hatten wir uns an das Tempo der Stadt gewöhnt und konnten Cusco in unserem eigenen Rhythmus entdecken.
Dabei fanden wir wunderschöne koloniale Gebäude, genossen günstige und leckere Menú del Día im Mercado Central de San Pedro und probierten im Mercado de San Blas unser erstes – und ausgesprochen gutes – Ceviche. Natürlich durfte auch der erste Pisco Sour nicht fehlen.
Rückblickend war Cusco für uns weit mehr als nur das Tor zu Machu Picchu. Die Stadt wurde zu unserem Einstieg in die beeindruckende peruanische Kulinarik, die uns während der gesamten Reise immer wieder begeistern sollte.
Von hier aus starteten wir auch unsere ersten Ausflüge in die umliegenden Berge. Den Anfang machten die Siete Lagunas – sieben türkisfarbene Bergseen, eingebettet in die spektakuläre Landschaft der peruanischen Anden.
Siete Lagunas
14.11.2025
Um 04:30 Uhr morgens ging es los. Vor uns lagen rund drei Stunden Fahrt ins Ausangate-Gebirge. Drei Stunden Anreise für eine Tageswanderung scheinen in Peru übrigens völlig normal zu sein und gelten vielerorts noch als «ganz in der Nähe». Für uns aus der Schweiz war das durchaus gewöhnungsbedürftig.
Die lange Fahrt lohnte sich jedoch vom ersten Moment an. Uns erwartete eine wunderschöne Wanderung vorbei an den berühmten Siete Lagunas – sieben Bergseen, die auf rund 4600 Metern über Meer inmitten der Anden liegen. Jeder See schimmerte in einer etwas anderen Farbe, während über uns die vergletscherten Gipfel des Ausangate-Massivs aufragten.
Entgegen unseren Erwartungen meldete sich unterwegs allerdings auch die Höhenkrankheit wieder zurück. Nach den Wochen in Bolivien und den Tagen am Titicacasee waren wir eigentlich überzeugt, inzwischen bestens akklimatisiert zu sein. Die Anden erinnerten uns jedoch daran, dass die Höhe keine Selbstverständlichkeit ist. Je nach Tagesform kann sie auch einen bereits angepassten Körper wieder einholen.
So waren wir an diesem Tag nicht ganz auf der Höhe und wanderten teilweise mit angezogener Handbremse. Der Schönheit der Landschaft tat das jedoch keinen Abbruch. Im Gegenteil: Die eindrückliche Bergwelt, die türkisfarbenen Seen und die Stille der Anden machten diesen Ausflug zu einem der schönsten rund um Cusco.
Für alle, die gerne individuell unterwegs sind: Die Wanderung lässt sich problemlos auch ohne Guide unternehmen. Der Transport ins Ausangate-Gebirge ist jedoch etwas komplizierter zu organisieren und oft kaum günstiger als eine geführte Tour.
Pisac
16.11.2025
Als kleine Vorbereitung auf Machu Picchu zog es uns mit einem Colectivo nach Pisac und zu den beeindruckenden Ruinen im Heiligen Tal der Inka.
Von Pisac aus liessen wir uns zunächst mit einem Taxi zu den Ruinen von Qantus Raqay chauffieren. Von dort wanderten wir während rund drei Stunden zurück nach Pisac. Der Weg führte vorbei an spektakulären Inka-Terrassen, verschiedenen Ruinenanlagen und durch eine wunderschöne Andenlandschaft, die uns immer wieder zum Anhalten und Staunen brachte.
Je näher wir Pisac kamen, desto mehr wurde uns bewusst, wie viel das Heilige Tal zu bieten hat. Wer dem Trubel von Machu Picchu etwas entgehen möchte, findet hier eine wunderbare Alternative. Die Ruinen sind beeindruckend, hervorragend erhalten und deutlich weniger überlaufen als die bekannteste Sehenswürdigkeit des Landes. Zwischen den Inka-Bauten lassen sich sogar noch ältere Mauern aus der Prä-Inka-Zeit entdecken, die von der langen Geschichte dieser Region erzählen.
Doch nicht nur die archäologischen Stätten begeisterten uns. Auch Pisac selbst versprühte einen ganz besonderen Charme. Das Dorf wirkte ursprünglich, entspannt und eng mit der umliegenden Natur verbunden. Zwischen den Bergen des Heiligen Tals fühlten wir uns sofort wohl und hätten problemlos noch einige Tage länger bleiben können.
Machu Picchu
18.11.2025
Dann war es endlich so weit. Bei einer Reise nach Peru kommt man kaum an der berühmtesten Inka-Stätte des Landes vorbei: Machu Picchu. Für uns war deshalb von Anfang an klar, dass wir diesen Ort besuchen wollten.
Früh morgens um sechs Uhr wurden wir in Cusco von einem Tourbus abgeholt. Statt die deutlich teurere Zugvariante zu wählen, entschieden wir uns für die längere Route über Hydroelectrica. Rund sechs Stunden führte die Fahrt durch die eindrückliche Landschaft rund um Cusco, vorbei an hohen Andenpässen und hinein in die immer grüner werdenden Nebelwälder.
Von Hydroelectrica aus begann der zweite Teil der Anreise. Während rund zwei Stunden wanderten wir entlang der Bahngleise nach Aguas Calientes, dem kleinen Ort am Fuss des Machu Picchu. Die Vorfreude stieg mit jedem Kilometer.
Am nächsten Morgen ging es dann los. Gemeinsam mit unserem Guide betraten wir die berühmte Inka-Ruine. Obwohl die geführte Tour nicht ganz günstig war, bereuten wir die Entscheidung keine Sekunde. Die spannenden Geschichten über das Leben der Inka, die Entstehung der Anlage und die Bedeutung der einzelnen Bauwerke machten den Besuch noch eindrücklicher.
Und trotzdem: So beeindruckend die Geschichte auch war, der erste Blick auf die Ruinen, eingebettet zwischen den steilen grünen Bergflanken, bleibt wohl das stärkste Erlebnis. Es gibt einen Grund, weshalb Machu Picchu zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Welt gehört.
Als krönenden Abschluss erklommen wir noch den Huayna Picchu. Der steile Aufstieg verlangte zwar noch einmal einiges an Energie, belohnte uns aber mit einer spektakulären Aussicht auf die Ruinen und das umliegende Tal.
Danach ging es zurück nach Aguas Calientes und am folgenden Tag wieder nach Cusco. Müde, aber voller Eindrücke, konnten wir nun einen weiteren grossen Punkt auf unserer Südamerika-Reise abhaken.
Isla Amantaní
21.11.2025 - 24.11.2025
Von Cusco aus ging es mit einem eher mässig komfortablen Nachtbus zurück nach Puno. Leider war die Busgesellschaft unseres Vertrauens, Cruz del Sur, bereits ausgebucht, sodass wir auf ein uns unbekanntes Unternehmen ausweichen mussten. Die Nacht war entsprechend wenig erholsam, doch am Ende zählt bekanntlich nur eines: Wir kamen an.
Früh morgens und etwas zerknittert erreichten wir Puno. Lange Zeit zum Ausruhen blieb uns allerdings nicht. Keine zwei Stunden später sassen wir bereits auf einem Boot, das uns zunächst zu den schwimmenden Inseln der Uros und anschliessend weiter zur Isla Amantaní brachte.
Schon kurz nach unserer Ankunft war uns klar, dass eine Nacht auf dieser Insel nicht ausreichen würde. Die Ruhe, die über dem Titicacasee lag, die spektakuläre Landschaft und vor allem die herzliche Gastfamilie, die uns aufnahm, machten es uns leicht, unsere Pläne spontan zu ändern und eine weitere Nacht zu bleiben.
Die Tage auf Amantaní vergingen in einem völlig anderen Rhythmus als bisher. Ohne Hektik, ohne Verkehr und mit Blick auf den endlosen Titicacasee fühlte sich das Leben hier angenehm einfach an. Es waren genau diese Begegnungen und Momente, die unsere Reise so besonders machten.
Nach zwei wunderbaren Nächten hiess es schliesslich Abschied nehmen. Die Isla Amantaní war für uns der perfekte Abschluss unserer Zeit am Titicacasee. Mit vielen schönen Erinnerungen und grosser Vorfreude machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: Arequipa.
Arequipa
24.11.2025 - 29.11.2025
Arequipa verzauberte uns vom ersten Moment an. Die Stadt vereint alles, was wir an Peru so schätzen gelernt haben: wunderschöne koloniale Architektur, lebendige Märkte, hervorragende Restaurants und gemütliche Cafés. Über allem thront der majestätische Vulkan Misti, der das Stadtbild prägt und uns immer wieder zum Staunen brachte.
Natürlich durfte auch ein Besuch des Klosters Santa Catalina nicht fehlen. Hinter den unscheinbaren Mauern verbirgt sich eine beeindruckende kleine Stadt in der Stadt, mit farbenfrohen Gassen, Innenhöfen und einer faszinierenden Geschichte. Für uns definitiv eines der Highlights von Arequipa.
Leider blieb uns nicht allzu viel Zeit, die Stadt ausgiebig zu erkunden. Da wir von hier aus eine dreitägige Wanderung durch den Colca Canyon geplant hatten, verbrachten wir vor und nach dem Trek jeweils nur eine Nacht in Arequipa.
Trotzdem reichte die Zeit aus, um uns in die Stadt zu verlieben. Arequipa gehört für uns zu den schönsten Städten Südamerikas und steht ganz oben auf der Liste jener Orte, die wir bei einer nächsten Reise sofort wieder besuchen würden.
Colca Canyon
25.11.2025 - 27.11.2025
Die dreitägige Wanderung durch den Colca Canyon wollten wir unbedingt auf eigene Faust unternehmen. Bei unseren Recherchen stellte sich jedoch schnell heraus, dass die An- und vor allem die Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht ganz einfach zu organisieren war.
Zu unserem Glück fanden wir eine Reiseagentur, bei der wir lediglich den Hin- und Rücktransport buchen konnten – und das zu einem überraschend fairen Preis. So wurden wir bereits um drei Uhr morgens bei unserem Hostel in Arequipa abgeholt. Sieben Stunden später standen wir in Cabanaconde am Startpunkt unserer Wanderung.
Unser erstes Tagesziel war Llahuar mit der Casa Virginia, wo wir die erste Nacht verbringen würden. Da wir erst gegen zehn Uhr loslaufen konnten, fiel ein grosser Teil der Wanderung ausgerechnet in die Mittagshitze.
Schattenplätze sind im Colca Canyon eher Mangelware, was die ersten Stunden ziemlich anstrengend machte.
Doch jede Schweissperle war die Mühe wert. Die Landschaft war schlicht spektakulär. Die gewaltigen Schluchten, die steilen Berghänge und die unglaublichen Ausblicke machten die Anstrengung schnell vergessen. Als besonderes Highlight konnten wir sogar einen Kondor beobachten, der majestätisch über dem Canyon kreiste.
Bei unserer Ankunft in der Casa Virginia kam das Naturbecken der Unterkunft gerade recht. Nach den heissen Stunden auf dem Wanderweg gab es kaum etwas Schöneres, als sich dort abzukühlen und den Tag entspannt ausklingen zu lassen.
Am zweiten Tag wanderten wir weiter zur Oase Sangalle, wo wir unsere zweite Nacht verbrachten. Der Name ist Programm: Mitten in der trockenen Canyonlandschaft wirkt die grüne Oase fast unwirklich.
Der letzte Wandertag begann früh. Vor uns lag der wohl anspruchsvollste Abschnitt der gesamten Tour: der Aufstieg von rund 1050 Höhenmetern auf nur fünf Kilometern zurück nach Cabanaconde. Schritt für Schritt kämpften wir uns die steilen Serpentinen hinauf und wurden oben mit einem grossartigen Gefühl der Zufriedenheit belohnt.
Da wir auch die Rückfahrt über die Agentur organisiert hatten, warteten unterwegs noch einige zusätzliche Höhepunkte auf uns. In Chivay machten wir Halt bei den Thermalquellen – genau das Richtige nach drei Tagen Wandern. Anschliessend führte die Strecke durch die Reserva Nacional de Salinas, wo wir Alpaka- und Lamaherden beobachten konnten. Natürlich durften auch unsere geliebten Vicuñas nicht fehlen.
Ein schöner Bonus, den wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln wohl verpasst hätten.
Die Wanderung durch den Colca Canyon war für uns eines der grossen Highlights unserer Zeit in Peru. Nicht nur wegen der spektakulären Landschaft, sondern auch wegen der vielen kleinen Eindrücke unterwegs, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Huacachina
29.11.2025 - 30.11.2025
Nach einer letzten Nacht in Arequipa war es an der Zeit, die Anden vorläufig hinter uns zu lassen und Richtung Pazifikküste aufzubrechen.
Nach einer nächtlichen Busfahrt fanden wir uns am nächsten Morgen in der Backsteinstadt Ica wieder. Weitere fünf Minuten im Taxi später standen wir plötzlich mitten in der Wüstenoase Huacachina. Es war einmal mehr beeindruckend, wie schnell sich die Landschaften in Peru verändern können. Noch am Vortag waren wir von Vulkanen und tiefen Schluchten umgeben, nun blickten wir auf endlose Sanddünen.
Wer sich jetzt eine ruhige und abgeschiedene Oase mitten in der Wüste vorstellt, liegt allerdings nur teilweise richtig. Idyllisch ist Huacachina definitiv – ruhig hingegen eher nicht. Die kleine Oase hat sich längst zu einem der bekanntesten Touristenorte Perus entwickelt.
Und das durchaus zurecht. Es hat schon etwas Faszinierendes, wenn plötzlich aus dem Nichts eine grüne Lagune zwischen riesigen Sanddünen auftaucht. Dazu kommen die berühmten Buggyfahrten durch die Wüste, bei denen man mit erstaunlichem Tempo über die Dünen jagt. Touristisch? Absolut. Macht es trotzdem Spass? Ebenfalls absolut.
Trotzdem hatten wir das Gefühl, nach einer Nacht alles gesehen und erlebt zu haben, was Huacachina zu bieten hat. Die Oase ist ein spannender Zwischenstopp und ein Ort, den man einmal gesehen haben sollte. Für einen längeren Aufenthalt fehlte uns jedoch etwas die Vielfalt.
So zog es uns schon bald weiter zu unserem nächsten Ziel und der Pazifikküste.
Ica
30.11.2025
Doch bevor wir uns auf den Weg nach Paracas machten, legten wir noch einen spontanen Halt beim Weingut Tacama in Ica ein.
Auch hier erlebten wir wieder einen dieser Kontraste, die uns in Peru immer wieder überraschten. Vom Stadtzentrum aus führte uns die Taxifahrt zunächst durch einfache, teils sehr arme Quartiere am Rand der Wüste. Und plötzlich öffnete sich vor uns eine völlig andere Welt. Mitten in der trockenen Landschaft lagen gepflegte Weinberge, grüne Rasenflächen und schattige Alleen – eine kleine Oase des Wohlstands inmitten der Wüste.
Während der Führung erfuhren wir mehr über die Geschichte des ältesten Weinguts Perus und den Weinbau in dieser ungewöhnlichen Umgebung. Besonders spannend war zu sehen, wie dank künstlicher Bewässerung eine so fruchtbare Landschaft entstehen konnte.
Der Höhepunkt folgte natürlich zum Schluss. Die anschliessende Degustation überzeugte uns mit einigen sehr gelungenen Weinen und machte den Besuch perfekt.
Ein spontaner Zwischenstopp, den wir keine Sekunde bereut haben und den wir jedem empfehlen können, der in der Region Ica unterwegs ist.
Paracas
30.11.2025 - 03.12.2025
Eine Stunde im Colectivo später war es endlich so weit: Wir erreichten die Pazifikküste.
In Paracas angekommen, bezogen wir unser Zimmer in einem Hostel mit dem wohl motiviertesten Gastgeber unserer gesamten Reise. Kaum hatten wir eingecheckt, nahm er uns bereits mit nach Pisco auf den lokalen Markt, damit wir uns mit Proviant für die nächsten Tage eindecken konnten. Ausserdem organisierte er Fahrräder für unseren Besuch im Reserva Nacional de Paracas und reservierte für uns die Bootstour zu den Islas Ballestas.
Paracas selbst konnte uns als Ort nicht besonders begeistern. Das kleine Städtchen ist vor allem auf den Tourismus ausgerichtet und besitzt wenig von dem Charme, den wir an anderen Orten in Peru kennengelernt hatten. Das Umland hingegen machte diesen Eindruck mehr als wett.
Zwischen der rauen Küstenlandschaft des Reserva Nacional de Paracas, den beeindruckenden Felsformationen und der artenreichen Tierwelt der Islas Ballestas warteten einige der schönsten Naturerlebnisse unserer Zeit an der Pazifikküste auf uns.
Am letzten Abend fuhren wir gemeinsam mit unserem Gastgeber nach San Andrés. Im kleinen Hafen beobachteten wir, wie die Sonne langsam im Pazifik versank und den Himmel in warme Farben tauchte. Bei einer Flasche Wein liessen wir die vergangenen Tage Revue passieren – ein wunderschöner Abschluss unserer Zeit in Paracas.
Reserva Nacional de Paracas
01.12.2025
Mit dem Fahrrad machten wir uns auf den Weg ins Reserva Nacional de Paracas. Was auf der Karte zunächst nach einer gemütlichen Ausfahrt aussah, entpuppte sich schnell als kleine Herausforderung. Gegenwind, staubige Pisten und die trockene Wüstenlandschaft verlangten uns einiges ab.
Die Mühe wurde jedoch mehr als belohnt. Vor uns eröffnete sich eine beeindruckende Küstenlandschaft mit steilen Klippen, weiten Stränden und dem tiefblauen Pazifik. Besonders der Playa Roja blieb uns in Erinnerung. Der Kontrast zwischen dem rötlichen Sand, den Felsen und dem Meer machte diesen Ort zu einem der schönsten Aussichtspunkte im gesamten Nationalpark.
Dazu kam eine erstaunlich vielfältige Vogelwelt. Immer wieder entdeckten wir neue Motive, sodass die Kamera kaum Zeit hatte, im Rucksack zu verschwinden. Für Natur- und Fotografiebegeisterte ist das Reserva Nacional de Paracas ein wahres Paradies.
Und als wäre das noch nicht Belohnung genug gewesen, hatten wir auf dem Rückweg plötzlich Rückenwind. Nach den mühsamen ersten Kilometern fühlte sich die Fahrt zurück nach Paracas fast wie ein Geschenk an.
Islas Ballestas
02.12.2025
Auf die Islas Ballestas freuten wir uns besonders. Nicht umsonst werden sie oft als die «Galápagosinseln für Arme» bezeichnet. Entsprechend hoch waren unsere Erwartungen.
Der Ausflug selbst ist zwar sehr touristisch organisiert und nach rund drei Stunden bereits wieder vorbei. Doch sobald das Boot die Inseln erreicht, tritt dieser Eindruck schnell in den Hintergrund.
Die Tiervielfalt auf den geschützten Inseln ist beeindruckend. Überall tummeln sich Seevögel, Seelöwen und andere Meeresbewohner. Die Felsen wirken wie eine eigene kleine Welt, die fast vollständig den Tieren gehört. Für uns war es faszinierend, das rege Treiben aus nächster Nähe beobachten zu können.
Zur besonderen Atmosphäre trägt auch die verlassene Forschungsstation bei, die auf einer der Inseln steht. Zusammen mit der rauen Küstenlandschaft und den unzähligen Tieren fühlten wir uns stellenweise fast wie Entdecker in einer abgelegenen Welt.
Bereits auf der Hinfahrt wartete mit dem Candelabro de Paracas ein weiteres Highlight. Das riesige Geoglyph ist in einen Küstenhang gezeichnet und bis heute nicht vollständig erklärt. Seine Herkunft wird meist mit der Paracas-Kultur in Verbindung gebracht, die lange vor den Inka an dieser Küste lebte.
Gerade solche Begegnungen mit den Spuren längst vergangener Kulturen machten Peru für uns so faszinierend. Egal ob an der Küste, in den Anden oder später im Amazonasgebiet – die Geschichte des Landes schien überall präsent zu sein.
Lima
03.12.2025 - 08.12.2025
Zum Abschluss unserer Reise durch den Süden Perus zog es uns in die Hauptstadt Lima. Mit ihren rund zehn Millionen Einwohnern leben hier mehr Menschen als in der gesamten Schweiz. Eine Zahl, die man schnell spürt.
Die Stadt wirkt riesig, laut und ständig in Bewegung. Trotz ihrer Grösse verfügt Lima nur in begrenztem Umfang über leistungsfähigen öffentlichen Verkehr. Entsprechend prägen Taxis, Kleinbusse und endlose Fahrzeugkolonnen das Stadtbild. Verkehrsstaus und lange Fahrzeiten gehören hier ganz selbstverständlich zum Alltag.
Besonders die Küstenquartiere mit ihren Parks, Klippen und dem Blick auf den Pazifik hatten für uns ihren Reiz. Abseits davon blieb bei uns jedoch vor allem ein Eindruck hängen: Lima ist gewaltig. Eine Stadt, die einen gleichzeitig fasziniert und überwältigt.
Für uns kam das genau zum richtigen Zeitpunkt. Nach den vielen Erlebnissen der vergangenen Wochen nutzten wir die Tage in Lima, um etwas durchzuatmen und die nächsten Etappen unserer Reise durch den Norden Perus zu planen.
Und eines muss man Lima lassen: Ausgehen kann die Stadt. Und Essen erst recht. Die peruanische Küche hatte uns bereits während der gesamten Reise begeistert, doch in Lima erreichte sie noch einmal ein neues Niveau.
Nicht ohne Grund gilt Lima als eine der kulinarischen Hauptstädte der Welt. Einige der besten Restaurants befinden sich hier, und selbst ausgezeichnete Küche bleibt oft erstaunlich erschwinglich. Zwischen kleinen Lokalen, lebhaften Märkten und renommierten Restaurants kommen Feinschmecker voll auf ihre Kosten.
So verbrachten wir fünf Nächte in der Hauptstadt, bevor es wieder Zeit wurde, das Grossstadtleben hinter uns zu lassen. Der Norden Perus wartete bereits auf uns – mit neuen Landschaften, neuen Begegnungen und hoffentlich weiteren Abenteuern.
Ob er den Süden Perus noch toppen konnte? Das würden wir schon bald herausfinden.